anderswo

Letztens, im Sommer,
waren wir anderswo.
In freundschaftlicher Zweisamkeit,
die war lang ersehnt.

Wir wussten wenig über diesen Ort.
Manchmal tut es gut nicht viel zu wissen,
sich nur treiben zu lassen
und überrascht zu sein.

Auch laufen tut gut, einfach gehen.
Wenn einen Schritt vor den anderen zu setzen das einzige ist,
was man sich wirklich vorgenommen hat.
Nur gehen und reden und schweigen,
während nicht die Landschaft an uns vorbeizieht,
sondern wir langsam in sie hineinwandern.

Anderswo wuchsen Sonnenblumen am Wegrand
und Äpfel so sauer, dass sich uns alles zusammenzog.
Es ist schön Gast zu sein, denke ich,
sogar im Königreich der Schafe und Ameisen.

Wie waren wir laut und müde,
und gleichzeitig mutig und stolz.
Bilder ohne Fotos:
Ein Kurort mit akkuraten Blumenbeeten,
ein rosa-gekacheltes Badezimmer,
das schiefe Ölbild über dem Plasmafernseher.
Vom Weg abkommen
Und trotzdem ans Ziel.

Anderswo, im Sommer,
wurden unsere Beine so schwer
und unsere Herzen
viel leichter.